Wohnen holzbefeuerte Küchenherde

Kochen und Heizen wie zu Großmutters Zeiten

veröffentlicht am: 12.09.2023

In einer Ära der Hightech-Küchengeräte und schnellen Kochlösungen gibt es eine bemerkenswerte Gegenbewegung: die Rückkehr zu den guten alten holzbefeuerten Küchenherden.

Der klassische holzbefeuerte Küchenherd, auch Küchenhexe genannt, hat zwei Kammern – die Brennkammer und die Backröhre selbst. Die Küchenherde von heute wurden technisch natürlich weiterentwickelt und haben einen Feuerraum aus hochwertigem Material, sodass die Verbrennung bei einem hohen Wirkungsgrad emissionsarm ist. Je nach Modell verfügen sie optional über eine bzw. zwei große Sichtscheiben, welche eine ausgezeichnete Sicht aufs Essen geben und zum anderen einen faszinierenden Blick aufs flackernde Feuer in der Brennkammer ermöglichen.

Unterhalb der Brennkammer befinden sich der Aschekasten und und eine Holzschublade für den Holzvorrat. Die Luftzufuhr kann über diverse Mechanismen gesteuert werden.

So ein Küchenofen bietet eine beeindruckende Heizleistung und ist ein Allround-Talent: heizen, kochen, backen und warmhalten in einem Gerät. Zum Heizen wird der heiße Rauch um die Backröhre herumgeführt und nicht direkt in den Kamin abgeleitet, die Wärme wird so effizient genutzt. Ökologischer geht’s nicht! Für die Sommermonate gibt es spezielle Ausführungen, mit denen der Brennraum verkleinert wird, was auch die Heizleistung verringert.

 

Vielseitige Kochmöglichkeiten

Vor allem in den Wintermonaten wärmt die Küchenhexe nicht nur die Küche, sondern zaubert köstliche und nahrhafte Mahlzeiten auf den Tisch. Die meisten Modelle verfügen über ein integriertes Backfach. Da im Holzofen sehr hohe Temperaturen erreicht werden können, ist dieses Fach ideal zum Pizza- oder Brotbacken. Der Rauch verleiht den Gerichten einen besonderen Geschmack und ein unvergleichliches Aroma. Neben dem Backfach verfügt der Ofen entweder über eine klassische Herdplatte aus Gusseisen bzw. eine Stahlplatte oder ein Kochfeld aus Glaskeramik- oder Ceranfeld.

Eine Temperaturregelung gibt es beim Küchenherd nicht. In der Zone direkt über der Brennkammer herrscht die größte Hitze – hier werden große Pfannen und Töpfe besonders schnell erhitzt. Bereiche, die sich nicht direkt über der Brennkammer befinden, sind ideal zum Warmhalten von Gerichten. Herausnehmbare Kochringe aus Gusseisen erlauben sogar ein Kochen direkt über der offenen Flamme. Holzherde bieten einzigartige Kochmöglichkeiten: Langsames Garen und Backen über mehrere Stunden oder auch Grillen und Braten – das optische und geschmackliche Erlebnis ist nicht zu übertreffen.

  

 

  

Die Qual der Wahl

Hersteller haben erkannt, dass Design und Ästhetik genauso wichtig sind wie Funktionalität und bieten eine Vielzahl von Modellen an, die sich nahtlos in verschiedene Küchendesigns einfügen lassen.

Küchenherde zum Heizen und Kochen mit Holz gibt es als Einbaugeräte oder als Standherde. Durch den nostalgischen Charme setzen jedoch viele vermehrt auf die alleinstehende Variante, ein solcher Ofen ist schließlich ein echter Blickfang in der Küche. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, für eine optimale Verbrennung benötigt der Ofen ausreichend Sauerstoff, je nach Aufstellort kommt neben der direkten Raumluft auch ein externer Luftkanal als Quelle in Frage.

Mit oder ohne Wassertasche

Heutige Küchenherde haben nicht nur einen modernen Look, sie können auch viel mehr als das Original. Besonders interessant sind wasserführende Küchenherde. Diese verfügen über sogenannte Wassertaschen, die Heißwasser erzeugen und es über einen Pufferspeicher in das zentrale Heizungssystem einspeisen. Solche Öfen können durch das erhitzte und gespeicherte Wasser gleich mehrere Räume beheizen, das spart Heizenergie und somit bares Geld. Selbst Brauchwasser lässt sich so erwärmen, hierfür wird ein zusätzlicher Hygienespeicher verbaut.

Eine Zeit lang waren Holzöfen aus Großmutters Zeiten echte Sammlerstücke und

Deko-Objekte für Nostalgiker. Den guten alten Küchenherd gibt es wieder, sogar in steigender Zahl. Diese modernen Interpretationen der klassischen Herde sind nicht nur praktisch, sie sind ein echter Blickfang und holen ein Hauch von nostalgischer Gemütlichkeit und Kaminromantik zurück. Sie sind obendrein eine umweltfreundliche und unabhängige Alternative im Gegensatz zu netzbasierten Elektro- oder Gasöfen. Ein guter Aspekt in Zeiten von steigenden Energiepreisen und knapp werdenden Ressourcen.

  


Bildquelle(n): (oben) Tulikivi Oyj, (Mitte) firetube - Rosenberger Kachelöfen