Eröffnung der Demenz-Wohngemeinschaft „Haus Feuchtwanger“
veröffentlicht am: 06.08.2026
Die Joseph-Stiftung hat in Herzogenaurach die Demenz-Wohngemeinschaft „Haus Feuchtwanger“ eröffnet. Das neue Angebot ermöglicht Menschen mit Demenz ein selbstbestimmtes Leben in familiärer Gemeinschaft bei gleichzeitiger professioneller Betreuung. Partner für Pflege und Betreuung ist der AWO Kreisverband Erlangen-Höchstadt.
Mit dem „Haus Feuchtwanger“ ist in Herzogenaurach eine neue ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz entstanden. Die Einrichtung bietet Platz für zwölf Bewohnerinnen und Bewohner. Einige Plätze sind aktuell noch verfügbar. Offiziell eröffnet wurde das „Haus Feuchtwanger“ am 4. August durch Herzogenaurachs Ersten Bürgermeister German Hacker, den Vorstand der Joseph-Stiftung, Andreas F. Heipp, Vertreter der AWO, Mitglieder des Angehörigengremiums sowie weitere Gäste.
„Ich freue mich sehr, dass das vom Stadtrat vor Jahren erklärte Ziel, eine Demenz-WG in Herzogenaurach zu etablieren, nun Realität geworden ist. Der herzliche Dank der Stadt und ihrer Bürgerschaft, das Projekt angepackt und erfolgreich umgesetzt zu haben, geht an die Joseph-Stiftung ebenso wie an unsere AWO. Ich wünsche dem, Haus Feuchtwanger‘ und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern, dass sie sich von Anfang an zu Hause fühlen“, sagte Erster Bürgermeister German Hacker.
Die Wohngemeinschaft richtet sich an Menschen mit Demenz, die nicht mehr allein leben können oder möchten und eine Alternative zum klassischen Pflegeheim suchen. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in eigenen, individuell gestaltbaren Zimmern mit barrierefreien Bädern. Mittelpunkt der WG ist ein großzügiger Gemeinschaftsbereich mit Wohnküche, in dem der Alltag gemeinsam gestaltet wird. Neben der pflegerischen Versorgung stehen soziale Kontakte, gemeinsame Aktivitäten und die Teilhabe am täglichen Leben im Vordergrund.
Das Konzept der Demenz-WG basiert auf dem Zusammenwirken mehrerer Partner. Die Joseph-Stiftung stellt die Wohnräume bereit und begleitet das Projekt als Vermieterin. Die Pflege-, Betreuungs- und hauswirtschaftlichen Leistungen übernimmt der AWO Kreisverband Erlangen-Höchstadt. Ergänzt wird das Modell durch ein Angehörigengremium, das die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner vertritt und das Gemeinschaftsleben aktiv mitgestaltet. Ziel ist eine Wohn- und Betreuungsform, die Selbstbestimmung, Geborgenheit und professionelle Unterstützung miteinander verbindet.
„Unsere neue Demenz-Wohngemeinschaft in Herzogenaurach steht beispielhaft für unseren sozialen Auftrag: Menschen in herausfordernden Lebenssituationen ein selbstbestimmtes und würdevolles Wohnen zu ermöglichen. Gerade für an Demenz erkrankte Menschen bietet diese Wohnform eine echte Alternative zur stationären Pflege, familiär, persönlich und zugleich professionell begleitet“, sagte Andreas F. Heipp, Vorstand der Joseph-Stiftung.
Die Themen Gemeinschaft und Selbstbestimmung sieht auch Angela Königsheim, Sprecherin des Angehörigengremiums, als wichtige Faktoren: „Mit dem Haus Feuchtwanger ist ein Ort entstanden, an dem Menschen mit Demenz in einer familiären Gemeinschaft leben können und Angehörige aktiv mitgestalten. Als Sprecherin des Gremiums der Selbstbestimmung freue ich mich sehr, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen. Geborgen leben – gemeinsam zuhause ist für uns nicht nur ein Leitsatz, sondern der Anspruch, den wir jeden Tag mit Leben füllen“.
Die Demenz-WG ist Teil einer neuen Wohnanlage der Joseph-Stiftung in der Lion-Feuchtwanger-Straße. Das Gesamtprojekt umfasst 64 Mietwohnungen, die größtenteils im Rahmen der Einkommensorientierten Förderung (EOF) öffentlich gefördert sind. Für die Wohnanlage investiert das kirchliche Wohnungsunternehmen rund 27,1 Millionen Euro.
Für die Joseph-Stiftung ist das „Haus Feuchtwanger“ bereits die dritte Demenz-Wohngemeinschaft. Vergleichbare Angebote bestehen bereits in Nürnberg und Buckenhof bei Erlangen. Die Umsetzung in Herzogenaurach wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Fotohinweis:
Durchschneiden symbolisch das Band (von links nach rechts): Thanh Lee (Pflegedienstleiter AWO Kreisverband Erlangen-Höchstadt), Dr. German Hacker (Erster Bürgermeister Herzogenaurach), Laura Abazi (Pflegefachkraft AWO), Rosi Schmitt (Moderatorin der Demenz-WG) und Angela Königsheim (Sprecherin Angehörigengremium)
www.demenz-wg-herzogenaurach.de
Bildquelle(n): Thomas Heuchling