Expertentipp von Emil Butoianu
veröffentlicht am: 25.03.2026
Geschäftsführer Emil Butoianu von Aemilius GmbH Flachdach Services aus Nürnberg - Deutschlands erster innovativer Flachdach Manager und zertifizierter Spezialist für Dachbegrünung, Dachwartung sowie ganzheitliches Dachmanagement.
Warum ist eine regelmäßige Flachdach-Wartung überhaupt notwendig?
Emil Butoianu: Ein Flachdach ist kein wartungsfreies Bauteil. Es ist ganzjährig extremen Belastungen ausgesetzt – UV-Strahlung, Starkregen, stehendes Wasser, Frost-Tau-Wechsel, mechanische Beanspruchung durch Technik oder Wartungswege.
Die meisten Schäden entstehen nicht plötzlich, sondern schleichend. Kleine Risse, lose Nähte oder verstopfte Abläufe bleiben oft lange unbemerkt – bis Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt. Dann wird aus einem kleinen Mangel schnell ein Sanierungsfall. Regelmäßige Wartung bedeutet: Schäden erkennen, bevor sie teuer werden.
Welche Rolle spielt Wartung heute für die Lebensdauer eines Flachdachs?
Emil Butoianu: Eine entscheidende. Die Lebensdauer eines Flachdachs hängt nicht nur vom Material ab, sondern vom Umgang damit. Selbst hochwertige Abdichtungssysteme verlieren deutlich an Performance, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Wartung verlängert die Nutzungsdauer messbar. Abläufe werden freigehalten, Nähte überprüft, mechanische Beschädigungen früh erkannt, Anschlüsse kontrolliert. Genau dort entstehen in der Praxis die meisten Probleme. Ein gewartetes Flachdach kann seine geplante Lebensdauer erreichen – oft sogar überschreiten. Ohne Wartung verkürzt sie sich drastisch. Man muss es klar sagen: Wer Wartung spart, spart am falschen Ende.
Worauf sollte man bei bestehenden Flachdächern besonders achten und wie oft sollte ein Flachdach kontrolliert werden?
Emil Butoianu: Bei bestehenden Flachdächern sind drei Punkte besonders kritisch:
1. Entwässerung – verstopfte Gullys und stehendes Wasser sind eine der häufigsten Schadensursachen.
2. Anschlüsse und Durchdringungen – hier entstehen durch Bewegungen im Baukörper oft Undichtigkeiten.
3. Mechanische Beschädigungen – etwa durch Wartungsarbeiten an Technik oder unsachgemäße Begehung.
Meine klare Empfehlung: Mindestens ein- bis zweimal jährlich, idealerweise im Frühjahr und Herbst. Zusätzlich nach extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Sturm oder starker Schneelast. Regelmäßige Kontrolle bedeutet nicht Bürokratie – sondern Risikominimierung. Ein Flachdach meldet Schäden nicht von selbst. Man muss aktiv hinschauen.
Vielen Dank für das Gespräch!
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