Planung Sanierungsstrategie Altbau

Dämmung, Heizung und Energieeffizienz

veröffentlicht am: 02.02.2026

Durch die kluge Kombination von gedämmter Gebäudehülle und moderner Wärmepumpentechnik lassen sich langfristig Kosten sparen. Der Weg zum effizienten Energiesparhaus durch eine ganzheitliche Sanierungsstrategie im Überblick.

 

Der deutsche Gebäudebestand steht vor einer Mammutaufgabe. Angesichts steigender CO2-Preise und verschärfter Klimaziele ist die energetische Sanierung von Altbauten längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

 

Doch wer nur isoliert die Heizung tauscht oder wahllos Fenster ersetzt, verschenkt Potenzial und riskiert Bauschäden. Eine erfolgreiche Sanierung braucht eine Strategie, die das Haus als System versteht.

 

Das Prinzip der ganzheitlichen Sanierung: Erst die Hülle, dann die Technik

Ein häufiger Fehler bei der Sanierung ist die falsche Reihenfolge. Wird eine moderne Heizung in ein ungedämmtes Gebäude eingebaut, muss sie überdimensioniert werden, um die Wärmeverluste auszugleichen. Sinkt der Energiebedarf später durch eine Fassadendämmung, arbeitet die Anlage ineffizient.

 

Die goldene Regel lautet daher: efficiency first. Eine fundierte Sanierungsstrategie betrachtet die Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Dach) und die Haustechnik (Heizung, Lüftung, Solar) als Einheit.

 

1. Die Gebäudehülle: Das Fundament der Effizienz

Bevor die Heizkurve optimiert werden kann, müssen die massiven Energieverluste gestoppt werden.

 

  • Fassadendämmung: Ob Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk, die Dämmung der Außenwände reduziert den Heizwärmebedarf drastisch.

 

  • Dach und oberste Geschossdecke: Wärme steigt nach oben. Eine Sanierung der Dachflächen oder zumindest der obersten Geschossdecke gehört zu den rentabelsten Maßnahmen.

 

  • Fenster und Türen: Moderne Drei-Scheiben-Isolierverglasungen zählen heute als Standard. Wichtig ist hier das Zusammenspiel mit der Fassade: Die Fenster müssen luftdicht eingebaut werden, um Wärmebrücken und Schimmelbildung zu vermeiden.

 

2. Die Wärmepumpe im Altbau: Mythos vs. Realität

Lange Zeit hielt sich hartnäckig das Gerücht, Wärmepumpen seien nur für den Neubau geeignet. Doch lohnt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe auch im Bestandsbau? Die Praxis zeigt, dass moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen auch bei Vorlauftemperaturen von 55° C noch effiziente Arbeitszahlen erreichen.

 

Der Schlüssel liegt in der Planung. Eine Wärmepumpe im Altbau ist dann besonders effektiv, wenn das Temperaturniveau im System gesenkt werden kann. Dies gelingt entweder durch die oben genannten Dämmmaßnahmen oder durch den Austausch einzelner Heizkörper gegen großflächige Niedertemperatur-Heizkörper oder Wandheizungen.

 

Technische Aspekte der Planung:

  • Heizlastberechnung: Eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN 12831 ist unverzichtbar. Schätzungen führen oft zu Fehlkäufen.

 

  • Hydraulischer Abgleich: Nur wenn das Wasser optimal im System verteilt wird, kann die Wärmepumpe effizient takten.

 

  • Vorlauftemperatur: Bereits vor der Sanierung sollte geprüft werden, ob das Haus an kalten Tagen mit einer Vorlauftemperatur von maximal 50° C bis 55° C warm wird.

  

3. Lüftungskonzepte: Hygiene und Bautenschutz

Mit zunehmender Dichtheit der Gebäudehülle nimmt der natürliche Luftaustausch ab. Ein durchdachtes Lüftungskonzept ist daher Teil jeder professionellen Sanierungsstrategie. Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung lassen sich im Altbau oft einfach nachrüsten. Sie verhindern Feuchtigkeitsschäden und steigern den Wohnkomfort erheblich.

 

 

Finanzierung und Förderung: Den iSFP nutzen

Eine Sanierung ist eine Investition in die Zukunft. Um die Kosten abzufedern, bietet die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) attraktive Zuschüsse. Besonders wertvoll ist hierbei der Individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP). Er gibt Eigentümern eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand und erhöht den Fördersatz für viele Einzelmaßnahmen um zusätzliche 5 Prozentpunkte.

 

Die Strategie macht den Unterschied

Die energetische Sanierung eines Altbaus ist komplex, aber beherrschbar. Es zahlt sich aus, im Vorfeld verschiedene Systeme zu vergleichen und im Anschluss ganzheitlich zu planen. So lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden. Die Kombination aus einer verbesserten Gebäudehülle und einer effizienten Wärmepumpentechnologie bildet dabei das Herzstück moderner Sanierungskonzepte.


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