Messestandort Nürnberg Besonders interessant für B2B-Aussteller

Erreichbarkeit und konkrete Chancen für Unternehmen

veröffentlicht am: 23.09.2026

Nürnberg gehört zu den großen deutschen Messestandorten, unterscheidet sich aber durch ein besonders spezialisiertes Veranstaltungsportfolio. Spielwaren, Bio-Lebensmittel, Heimtierbedarf, Embedded-Systeme, IT-Sicherheit, Automatisierung, Verpackung sowie Kälte- und Klimatechnik sind nur einige der Märkte, deren internationale Fachwelt regelmäßig in Nürnberg zusammenkommt.

 

Das Messezentrum verfügt über 16 Hallen mit rund 180.000 Quadratmetern überdachter Brutto-Ausstellungsfläche. Hinzu kommen bis zu 50.000 Quadratmeter Freigelände und Kongresskapazitäten für bis zu 12.800 Teilnehmer. Seine eigentliche Stärke liegt jedoch weniger in der reinen Größe als in der Verbindung von klar profilierten Fachmessen, einem technologie- und industriegeprägten Wirtschaftsraum und einer hohen internationalen Beteiligung.

Für B2B-Aussteller bedeutet das: Nürnberg ist vor allem dort interessant, wo eine Messe nicht möglichst viele, sondern möglichst relevante Marktteilnehmer zusammenbringen soll.

 

Wirtschaftsraum und Messeportfolio ergänzen sich

Nürnberg ist nicht nur Veranstaltungsort, sondern Teil eines wirtschaftlich starken Ballungsraums. Die Stadt weist ein Bruttoinlandsprodukt von rund 38,2 Milliarden Euro auf, für die Metropolregion werden rund 181 Milliarden Euro angegeben. Die Exportquote der Industrie liegt bei mehr als 50 Prozent.

Besondere Kompetenzen bestehen unter anderem in Mikroelektronik, Automatisierung, Energie- und Verkehrstechnik, Maschinenbau, Medizintechnik, IT und künstlicher Intelligenz.

Diese Wirtschaftsstruktur passt zu mehreren Fachveranstaltungen am Standort. Die embedded world adressiert beispielsweise Elektronik, Hard- und Software sowie Embedded-Systeme. Die SPS konzentriert sich auf industrielle Automatisierung, die it-sa auf IT-Sicherheit und die Chillventa auf Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpentechnik.

Für Aussteller entsteht dadurch ein zusätzlicher Standortvorteil: Fachmesse und regionales Unternehmensumfeld überschneiden sich in mehreren Branchen. Neben Kontakten auf dem Messegelände können Kunden, Zulieferer, Technologiepartner, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus der Region eine Rolle spielen.

 

Internationale Reichweite gehört zu Nürnbergs größten Stärken

Die Veranstaltungen am Standort Nürnberg weisen in mehreren Branchen eine hohe internationale Beteiligung auf.

Bei den Veranstaltungen in Nürnberg kam 2025 nahezu die Hälfte aller Aussteller aus dem Ausland. Die NürnbergMesse nennt 10.470 internationale Aussteller. Gleichzeitig reisten 175.206 Besucher aus dem Ausland an – rund ein Viertel des Standortpublikums.

 

Die einzelnen Fachmessen zeigen, wie stark sich diese Internationalität je nach Branche ausprägt:

 

Die Tabelle zeigt zugleich, warum die reine Besucherzahl für die Bewertung eines Messestandorts nicht genügt. Für ein exportorientiertes B2B-Unternehmen kann eine kleinere Veranstaltung mit einem hohen Anteil internationaler Fachbesucher wertvoller sein als eine größere, überwiegend national ausgerichtete Messe.

 

Spielwarenmesse: Nürnberg als internationaler Branchentreffpunkt

Die Spielwarenmesse ist eines der deutlichsten Beispiele für die internationale Ausrichtung des Standorts.

2026 präsentierten sich 2.313 Aussteller aus 68 Ländern. Der Schlussbericht der Spielwarenmesse nennt rund 58.900 Fachbesucher aus 121 Nationen; AUMA weist für dieselbe Veranstaltung 52.941 Besuchereinträge aus. Die Abweichung ist öffentlich nicht näher erklärt. Hersteller treffen dort auf Händler, Einkäufer, Lizenzgeber, Start-ups und weitere Marktteilnehmer der internationalen Spielwarenwirtschaft.

Der Mehrwert liegt damit nicht nur in Reichweite. Für Unternehmen mit Exportgeschäft oder internationalen Vertriebspartnern ist vor allem die Konzentration vieler relevanter Marktteilnehmer innerhalb weniger Tage interessant.

Statt zahlreiche Einzeltermine über Länder und Regionen hinweg zu organisieren, können bestehende Kunden, neue Händler und potenzielle Geschäftspartner an einem zentralen Branchentreffpunkt angesprochen werden.

 

BIOFACH: Entscheiderqualität statt bloßer Besucherzahl

Die BIOFACH zeigt besonders gut, warum Besucherstruktur und Entscheidungsbefugnis wichtige Messekennzahlen sind.

2026 kamen 31.914 Besucher aus 133 Ländern. Gleichzeitig waren 86 Prozent der Besucher selbst entscheidungsbefugt oder an Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen ihres Unternehmens beteiligt. 95 Prozent zeigten sich mit dem Angebot der Fachmesse zufrieden.

Für Aussteller sind solche Werte aussagekräftiger als eine isolierte Besucherzahl. Sie geben Hinweise darauf, ob am Stand eher allgemeine Informationsgespräche stattfinden oder tatsächlich Personen erreicht werden, die Einfluss auf Lieferantenwahl, Sortiment und Beschaffung besitzen.

Gerade bei spezialisierten B2B-Messen kann deshalb eine kleinere, fachlich klar definierte Besuchergruppe wirtschaftlich interessanter sein als maximale Gesamtfrequenz.

 

Interzoo: ein internationaler Markt an einem Ort

Die Interzoo weist eine besonders hohe internationale Beteiligung auf.

2026 kamen mehr als 39.000 Fachbesucher aus 133 Ländern sowie rund 2.400 Aussteller aus 70 Ländern zum Messegelände. Mehr als 87 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland, rund die Hälfte sogar von außerhalb der Europäischen Union.

Für Unternehmen der Heimtierbranche entsteht dadurch für wenige Tage ein internationaler Marktüberblick an einem Ort. Neue Produkte lassen sich präsentieren, bestehende Vertriebskontakte pflegen und gleichzeitig Entwicklungen in anderen Ländern beobachten.

Auch frühere Veranstaltungsanalysen unterstreichen die geschäftliche Funktion der Messe. Für die Interzoo 2024 gaben 96 Prozent der befragten Aussteller an, ihre wichtigsten Zielgruppen erreicht zu haben. 97 Prozent berichteten vom erfolgreichen Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen.

Solche Ergebnisse sind keine Garantie für den Erfolg eines einzelnen Unternehmens. Sie zeigen jedoch, welche Bedeutung eine stark spezialisierte Leitmesse als internationale Kontakt- und Informationsplattform entwickeln kann.

 

Embedded world: Messe und Technologiestandort greifen ineinander

Bei der embedded world zeigt sich besonders deutlich die Verbindung zwischen regionaler Wirtschaftsstruktur und internationaler Fachmesse.

Nürnberg verfügt über Kompetenzen in Mikroelektronik, Automatisierung und Digitalisierung. Die embedded world greift genau diese Themen auf und bringt Hardwarehersteller, Softwareanbieter, Entwickler und Technologieunternehmen zusammen.

2026 wurden 1.242 Aussteller und 35.962 Fachbesucher gezählt. Davon kamen 890 Aussteller und 15.895 Besucher aus dem Ausland. 94 Prozent der befragten Aussteller gaben an, ihre wichtigsten Zielgruppen erreicht zu haben.

Für Anbieter erklärungsbedürftiger Technologien ist das besonders relevant. Anwendungen können vor Ort demonstriert und mit Entwicklern, technischen Entscheidern und Geschäftspartnern direkt diskutiert werden. Digital Signage kann dabei ergänzend eingesetzt werden, um technische Inhalte, Produktvarianten oder Anwendungsbeispiele flexibel darzustellen.

 

Gute Erreichbarkeit unterstützt internationale Fachmessen

Ein Messestandort muss nicht nur relevante Zielgruppen erreichen, sondern für diese auch praktisch erreichbar sein.

Vom Nürnberger Hauptbahnhof dauert die Fahrt mit der U-Bahn zum Messezentrum rund acht Minuten. Vom Flughafen ist das Gelände mit einmaligem Umstieg am Hauptbahnhof in ungefähr 20 bis 25 Minuten erreichbar. Für die Anreise mit dem Auto steht ein dynamisches Verkehrs- und Parkleitsystem zur Verfügung; rund 13.500 Parkplätze befinden sich am Messezentrum.

Für internationale Veranstaltungen ist diese Verbindung von Flughafen, Hauptbahnhof, Innenstadt und Messe besonders hilfreich. Aussteller und Kunden können Termine auf dem Messegelände mit Besprechungen in der Stadt oder Abendveranstaltungen verbinden, ohne lange Transferwege einplanen zu müssen.

Auch das NürnbergConvention Center erweitert die Möglichkeiten des Standorts. Mit einer Gesamtkapazität von bis zu 12.800 Teilnehmern lassen sich Fachmesse, Kongress, Vortrag und Unternehmensveranstaltung räumlich eng miteinander verbinden.

 

Nürnberg bietet auch außerhalb des Messegeländes Infrastruktur

Messegäste benötigen Hotels, Gastronomie und Möglichkeiten für Gespräche außerhalb der Veranstaltung. Nürnberg verfügt hierfür über eine etablierte touristische Infrastruktur.

2025 wurden in der Stadt 3.866.470 Übernachtungen gezählt – ein neuer Höchststand. Dabei ist Nürnberg nicht ausschließlich Messestadt, sondern zugleich Geschäftsreise- und Städtereiseziel.

Für Aussteller kann das praktisch relevant sein. Kundengespräche, Abendessen oder kleinere Veranstaltungen lassen sich auch außerhalb des Messegeländes organisieren.

Bei großen internationalen Leitmessen empfiehlt sich dennoch eine frühzeitige Hotelplanung. Eine hohe Nachfrage kann Verfügbarkeit und Preisniveau in bestimmten Messezeiträumen deutlich beeinflussen.

 

Was Nürnberg für B2B-Aussteller besonders macht

Die Stärke des Messestandorts entsteht aus mehreren Faktoren gleichzeitig: spezialisierte Fachmessen, hohe internationale Beteiligung, ein starker Wirtschaftsraum, gute Verkehrsanbindungen und eine umfangreiche Kongressinfrastruktur.

Besonders interessant ist Nürnberg deshalb für Unternehmen, deren Produkte zu den etablierten Branchenclustern des Standorts passen. Auch die Anforderungen an die Präsentation unterscheiden sich je nach Branche und Messeformat. Neben klassischen modularen Messesystemen kommen dabei beispielsweise beleuchtete Lösungen wie Pixlip zum Einsatz, wenn Inhalte oder Markenflächen weithin sichtbar präsentiert werden sollen.

Wer in Spielwaren, Bio-Lebensmitteln, Heimtierbedarf, Elektronik, Embedded-Technologien, IT-Sicherheit, Automatisierung, Verpackung oder Kälte- und Klimatechnik tätig ist, findet in Nürnberg Veranstaltungen mit klar definierten Fachzielgruppen.

Das Messezentrum stellt dabei nicht nur die notwendige Infrastruktur bereit. Bei mehreren Veranstaltungen wird Nürnberg für einige Tage zum konzentrierten Treffpunkt eines internationalen Fachmarktes.

 

Fazit

Nürnberg is für B2B-Aussteller vor allem wegen seines spezialisierten und international ausgerichteten Messeportfolios interessant.

Die Größe des Messegeländes schafft die notwendige Infrastruktur. Der größere Mehrwert entsteht jedoch durch Veranstaltungen, die klar definierte Branchen und professionelle Zielgruppen zusammenbringen.

Für Unternehmen sollte deshalb nicht allein entscheidend sein, wie groß oder bekannt eine Messe ist. Wichtiger ist die Frage, wie genau Besucherstruktur, internationale Reichweite, Branchenprofil und wirtschaftliches Umfeld zum eigenen Markt passen.

Gerade darin liegt die Stärke Nürnbergs: Mehrere seiner Fachmessen bringen innerhalb weniger Tage zahlreiche wichtige Akteure ihrer jeweiligen internationalen Branche an einem Standort zusammen.


Bildquelle(n): Titelbild: NuernbergMesse / Heiko Stahl