Die Schufa „das unbekannte Wesen“ - und warum sie meine finanzielle Unabhängigkeit beeinflusst

veröffentlicht am: 07.09.2017

Ich wette, Sie haben den Begriff „Schufa“ schon einmal gehört. Doch was verbirgt sich hinter den sechs Buchstaben und warum sollten Sie sich dafür interessieren?

„Was ist SCHUFA?“

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung ist die größte Wirtschaftsauskunft Deutschlands. Sie gibt Wirtschaftsunternehmen, die Geld- oder Warenkredite einräumen, Auskunft über die Kreditwürdigkeit privater Schuldner (Verbraucher). Sinn und Zweck der Schufa ist, die Vertragspartner (Banken, Leasinggesellschaften, Versicherungsgesellschaften aber auch den Versandhandel, Handyprovider oder Vermieter) vor Zahlungsausfällen jeder Art zu schützen.

Die Schufa sammelt umfangreiche Daten der deutschen Verbraucher, so beispielsweise die Anzahl der eröffneten Girokonten, bestehende Kredit- und Leasingverträge, offene Forderungen sowie genutzte Handy- und sonstige Telekommunikationsverträge.

Anfragen und Meldungen an die Schufa setzen immer die Zustimmung des Verbrauchers voraus. Wichtig ist hierbei neben der Registrierung der abgeschlossenen Verträge aber vor allem die vertragsgemäße Abwicklung. Wird beispielsweise ein Kreditvertrag gekündigt, weil die vereinbarten monatlichen Ratenzahlungen nicht eingehalten wurden, hat das eine negative Auswirkung auf die Bonitätsbewertung.

Erhält die Schufa nun eine Anfrage zu einer Person, gibt diese ihre Einschätzung zu deren Kreditwürdigkeit in Form eines sogenannten Scores wieder. Dabei handelt es sich um einen Wert zwischen 1 und 100 (Prozent) – je niedriger der Wert, desto geringer die Kreditwürdigkeit der betreffenden Person.

Die Bereitschaft einer Bank mit Ihnen einen Kreditvertrag zu schließen hängt also maßgeblich von der Schufa-Auskunft ab.

Doch nicht nur der Score ist entscheidend. Kann die Bank in Ihrer Kredithistorie erkennen dass Sie in der Vergangenheit immer wieder Kredite aufgenommen haben, die dann verlängert oder erhöht wurden, lässt das darauf schließen dass die Raten entweder zu hoch waren oder mit dem Geld nicht umgegangen werden konnte. Erhält die Bank nun einen Baufinanzierungsantrag, wird sie sich die Frage stellen, ob man, unter Berücksichtigung dieser Informationen, als Schuldner für eine vielfach höhere Summe und einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren in Frage kommt. Die Antwort könnte trotz eines zufriedenstellenden Scores „nein“ sein.

Damit es aber nicht dazu kommt, erhalten Sie hier Unsere Tipps, um den eigenen Schufa-Score zu verbessern und Negativeintragungen zu vermeiden:

Prüfen Sie, ob die gespeicherten Daten korrekt sind:

• Jeder Verbraucher hat pro Jahr einmal Anspruch auf eine kostenlose Auskunft. Das Formular „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“ finden Sie auf schufa. de. „Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte“ ankreuzen!

Gehen Sie gegen falsche oder veraltete Einträge vor:

• Diese sollten Sie bei dem Unternehmen reklamieren, welches die Daten gemeldet hat!

Zahlen Sie Ihre Rechnungen pünktlich:

• Eine Mahnung führt nicht gleich zu einem negativen Schufa-Eintrag; wenn der Gläubiger aber ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet, gibt es einen Vermerk in der Schufa.

Zu Unrecht gestellte Forderungen:

• Reagieren Sie sofort! „Aussitzen“ ist hier nicht die richtige Methode. Nehmen Sie Kontakt auf und bemühen Sie sich, die Situation zu klären. Beispielsweise eine viel zu hohe Abbuchung Ihres Handyanbieters, obwohl Sie die aufgeführten Telefonate definitiv nicht getätigt haben. Auch eine Rückgabe der Lastschrift ist nur im äußersten Notfall in Erwägung zu ziehen, da die Forderung dann unter Umständen an ein Inkasso Büro übergeben wird. Ist eine Klärung nicht möglich, schalten Sie einen Anwalt ein.

Reizen Sie Ihr Dispo- Limit nicht aus:

• Grundsätzlich gilt ein hoher Dispo-Kredit als Anzeichen für eine gute Kreditwürdigkeit. Sollten Sie diesen jedoch regelmäßig überziehen, hat das schlimmstenfalls zur Folge, dass die Bank Ihnen den Dispo-Kredit kündigt und den Vorgang als „vertragswidriges Verhalten“ an die Schufa meldet.

Verzichten Sie auf Ratenkäufe:

• Null-Prozent-Finanzierungen oder Ratenzahlung bei Einzelhändlern können sich negativ auswirken. Eine ist sicherlich unkritisch. Aber das kontinuierliche finanzieren von Konsumgütern wie TVs, Handys, Waschmaschinen oder Urlauben kann zum Problem werden.

Weniger ist mehr:

• Kündigen Sie ungenutzte Konten, vermeiden Sie häufige Wechsel des Girokontos und verzichten Sie auf mehrere Kreditkarten. In Kombination mit einem häufigen Wechsel des Wohnsitzes unterstellt man die Absicht die Identität zu verschleiern oder Zahlungen zu anonymisieren.

K-.o.-Kriterien:

• Ein geringer Schufa-Score wirkt alarmierend auf Banken, Einträge wie „Eidesstattliche Versicherung“, „Haftbefehl liegt vor“ oder „Konten in Abwicklung“ führen hingegen zur sofortigen Ablehnung.

Der Ton macht die Musik:

• Einige Partner übermitteln der Schufa das neutrale Merkmal „Anfrage Kreditkondition“ während andere „Anfrage Kredit“ melden. Letzteres kann eine negative Auswirkung auf den Score des Verbrauchers haben wenn viele Anfragen durchgeführt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Berater über die Art der Anfrage die an die Schufa gestellt wird. Durch die schufaneutrale Konditionsanfrage ist es daher kein Problem die Konditionen mehrerer Banken miteinander zu vergleichen.

Wer seinen Schufa-Score verbessern möchte muss allerdings ein wenig Geduld mitbringen. Fehlerhafte Einträge werden beispielsweise nicht taggleich gelöscht und gekündigte Verträge laufen weiter bis zum vereinbarten Vertragsende. Außerdem berechnet die Schufa den Score nur alle drei Monate. Veränderungen können Sie also frühestens im nächsten Quartal erkennen. Mittelfristig werden Sie aber feststellen, dass sich das Beachten der Tipps bezahlt macht und sich Ihr Schufa-Score verbessert. Damit steigen auch die Chancen auf die Vergabe eines Ratenkredites oder einer Baufinanzierung.

Haben Sie Fragen, dann sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern!

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Bild: Kai M. Hofmann / www.baugeldundmehr.de