Anruf bei... Sebastian Hübner
veröffentlicht am: 12.06.2026
Hallo Herr Hübner, schön, dass Sie sich für ein kurzes Gespräch mit uns Zeit nehmen. Sie sind seit September 2025 Niederlassungsleiter bei der Instone Real Estate Development GmbH (Instone) für Bayern – was genau umfasst Ihre Rolle im Alltag?
Sebastian Hübner: Es geht darum, die beiden Niederlassungen in Nürnberg und München weiter gut aufzustellen. Das heißt, Struktur und Personal fortlaufend so zu entwickeln, dass unsere Teams ihr Potenzial entfalten können. Dazu gehört auch die enge Abstimmung mit der Geschäftsführung zur strategischen Ausrichtung und zu den Prioritäten in Bayern. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen steuere ich unsere Projekte über die jeweiligen Entwicklungsphasen hinweg, von der Idee bis zur Umsetzung. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Grundstücksakquisition, also neue Chancen im Markt zu identifizieren und zu prüfen. Und nicht zuletzt: der Kontakt zu Politik, Verwaltung, Marktteilnehmern und Dienstleistern, weil Projektentwicklung immer im Dialog vor Ort entsteht.
Wie bewerten Sie aktuell die Lage am Wohnimmobilienmarkt in Nürnberg, München und insbesondere in Franken?
Sebastian Hübner: Seit der Zinswende ist das Marktumfeld anspruchsvoller. Die leichte Erholung, die sich um den Jahreswechsel angedeutet hat, hat zuletzt durch die geopolitische Lage an Geschwindigkeit eingebüßt. Man spürt, dass temporäre Verunsicherung Entscheidungen teils verzögern kann. Gleichzeitig sind die Baukosten gestiegen, wodurch stärker in den Blick rückt, unter welchen Bedingungen Projekte – auch mit Blick auf Leistbarkeit für Käuferinnen und Käufer – tragfähig umgesetzt werden können. Und weil der Wohnraumbedarf in Großstädten ungebrochen hoch ist, erhöht das den Druck auf die Mieten. Noch zeigen sich die Märkte insgesamt resilient, dennoch gilt es, die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten.
Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Projektentwicklung in Franken und in München?
Sebastian Hübner: Die Kaufpreise und Mieten in München und Franken bewegen sich natürlich auf unterschiedlichen Niveaus – gleichzeitig hat sich das in den letzten Jahren stärker angenähert, als viele erwarten würden. Was ich aktuell wahrnehme: Der Nürnberger Markt wirkt derzeit bei Projekten und Transaktionen etwas aktiver als der Münchner. Das hat mit den lokalen Rahmenbedingungen und Marktstrukturen zu tun. Unterm Strich bleibt aber in beiden Märkten entscheidend, dass Projekte tragfähig kalkuliert, solide aufgesetzt und im Dialog mit den lokalen Akteuren entwickelt werden.
Ein aktuelles Projekt in Nürnberg ist das Quartier „Seepalais“ am Wöhrder See – was macht dieses Projekt besonders?
Sebastian Hübner: Zuallererst ist es natürlich die Lage: direkt am Wasser, naturnah und trotzdem sehr zentral in der Stadt – das ist in Nürnberg etwas Besonderes. Gleichzeitig ist das Projekt stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir setzen auf den Standard EH 40 QNG, also auf ein sehr anspruchsvolles energetisches Konzept. Das macht die Wohnungen auch für Kapitalanleger interessant, da dieser energieeffiziente Neubau derzeit grundsätzlich steuerlich begünstigt wird. Darüber hinaus hat das „Seepalais“ eine eigenständige Architektur und eine hochwertige Ausstattung – insgesamt also ein Quartier, das in Lage, Konzept und Qualität alles bietet.
Welche weiteren Projekte sind in Nürnberg oder der Region geplant?
Sebastian Hübner: Wir planen voraussichtlich noch in diesem Jahr den Start eines Projekts in der Regensburger Straße mit etwa 145 Wohneinheiten. Im Anschluss wollen wir unser Vorhaben in Worzeldorf auf den Markt bringen. Erst vor Kurzem konnten wir in Nürnberg beim Wohnprojekt „4Living“ das Richtfest feiern. Das unterstreicht unseren Anspruch, Projekte so aufzusetzen, dass sie auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen tragfähig und gut umsetzbar sind.
Wenn wir dieses Gespräch 2028 noch einmal führen: Woran würden Sie messen, dass Ihre Mission bei Instone erfolgreich war?
Sebastian Hübner: Für mich wäre ein zentraler Maßstab, dass wir unser Projektvolumen in Nürnberg trotz des weiter herausfordernden Umfelds stabil halten konnten und damit auch unsere Marktposition. Gleichzeitig möchten wir die Präsenz in München und im Umland ausbauen. Erfolg heißt, Wohnraum zu schaffen. Wenn wir 2028 sagen können, dass wir weiter verlässlich geliefert haben und als starker Partner vor Ort wahrgenommen werden, ist das ein gutes Ergebnis.
Und zum Abschluss: Wenn Sie sich für den Wohnungsbau in Deutschland nur eine einzige Reform wünschen dürften – welche wäre das?
Sebastian Hübner: Ich würde mir vor allem eine Optimierung der Rahmenbedingungen für Baurechtschaffung, Realisierung und Förderung wünschen: Bürokratieabbau, effizientere Verfahren und mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit. Viele Prozesse sind heute komplexer als sie sein müssten und dauern zu lange. Das darf nicht heißen, Qualitäts- oder Nachhaltigkeitsziele zu vernachlässigen. Im Gegenteil, ich bin überzeugt, man kann beides zusammenbringen: hohe Standards und zugleich schnellere, klarere Verfahren.
Vielen Dank für das informative Gespräch!
Bildquelle(n): Instone Real Estate Development GmbH