TIPP Vor Hausfriedensbruch schützen

Einfriedung des Wohngrundstücks als Sicherheitsfaktor

veröffentlicht am: 10.02.2026

Die Sicherheit des eigenen Wohngrundstücks spielt für Haus- und Grundstückseigentümer eine immer größere Rolle. Dabei geht es nicht nur um den klassischen Einbruch in Wohnräume, sondern bereits um das unbefugte Betreten des Grundstücks.

  

Aus Sicht der Polizei beginnt Prävention nicht erst an der Haustür, sondern deutlich früher – nämlich an der Grundstücksgrenze. Eine sinnvoll geplante Einfriedung kann dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, Täter abzuschrecken und Risiken zu reduzieren.

 

Wie häufig sind Hausfriedensbruch und Einbruch?

In Deutschland werden jedes Jahr zehntausende Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl registriert, hinzu kommen über hunderttausend angezeigte Hausfriedensbrüche, bei denen zusätzlich mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen ist, da viele Betroffene das unerlaubte Betreten ihres Grundstücks nicht anzeigen. Gerade Einfamilienhäuser und frei zugängliche Grundstücke sind häufig betroffen. Sicherheitsbehörden wie das Bundeskriminalamt weisen regelmäßig darauf hin, dass viele Taten spontane Gelegenheiten sind. Grundstücke ohne erkennbare Abgrenzung oder Kontrolle wirken auf Täter besonders einladend.

 

Welche Rolle spielt die Einfriedung aus polizeilicher Sicht?

Aus polizeilicher und sicherheitstechnischer Sicht ist eine Einfriedung kein alleiniger Einbruchschutz, sondern Teil eines Gesamtkonzepts. Sie dient vor allem dazu, eine klare Grundstücksgrenze zu schaffen und das unbefugte Betreten zu erschweren. Präventionsangebote der Polizei – etwa über die Polizei Beratung – betonen, dass Täter möglichst früh abgeschreckt werden sollen. Wer ein Grundstück nur über ein Tor betreten kann oder sichtbare Hindernisse überwinden muss, benötigt mehr Zeit und setzt sich einem höheren Entdeckungsrisiko aus. Genau dieser Zeit- und Risikofaktor ist entscheidend, denn viele Einbrüche werden abgebrochen, wenn sie zu aufwendig oder zu auffällig erscheinen.

  

Kann ein Zaun vor Einbruch schützen?

Ein Zaun allein verhindert keinen Einbruch, kann aber eine wichtige Hürde darstellen. Vor allem gegen Gelegenheitsdelikte wirkt eine Einfriedung abschreckend. Täter bevorzugen Grundstücke, die ohne Aufwand betreten werden können. Muss zunächst ein Zaun überwunden oder ein verschlossenes Tor geöffnet werden, steigt die Hemmschwelle deutlich. Gleichzeitig signalisiert ein eingefriedetes Grundstück, dass der Eigentümer Wert auf Ordnung, Kontrolle und Sicherheit legt – ein psychologischer Effekt, der nicht unterschätzt werden sollte.

 

Metallzaun und Stabmattenzaun: Funktionale Sicherheit

Metall- und Stabmattenzäune gelten aus sicherheitstechnischer Sicht als besonders sinnvoll. Sie sind stabil, langlebig und lassen gleichzeitig Einblicke auf das Grundstück zu. Diese Offenheit ist ein Vorteil, da potenzielle Täter sich beobachtet fühlen. In Kombination mit einem abschließbaren Tor und ausreichender Zaunhöhe können solche Einfriedungen den Zugang effektiv begrenzen, ohne dunkle oder uneinsehbare Bereiche zu schaffen. Gerade in Wohngebieten mit Nachbarschaftsblick werden solche Zäune häufig empfohlen.

 

Holzzaun und Sichtschutz: Privatsphäre mit Risiken

Holzzäune und blickdichte Sichtschutzelemente werden häufig aus Gründen der Privatsphäre gewählt. Sicherheitstechnisch sind sie jedoch kritisch zu betrachten. Zwar markieren sie eindeutig die Grundstücksgrenze, gleichzeitig können sie Tätern jedoch Schutz vor Blicken bieten. Wer sich hinter einem hohen Sichtschutz aufhält, kann dort unter Umständen unbeobachtet agieren. Deshalb raten Sicherheitsexperten dazu, insbesondere Hauszugänge, Terrassen und Fensterbereiche nicht vollständig abzuschirmen und stattdessen auf Beleuchtung und Einsehbarkeit zu setzen.

 

Hecken als natürliche Einfriedung

Hecken sind eine beliebte und optisch ansprechende Form der Einfriedung. Ihre sicherheitstechnische Wirkung hängt stark von Art, Dichte und Pflegezustand ab. Dichte oder dornige Hecken können das Betreten eines Grundstücks deutlich erschweren und wirken abschreckend. Locker wachsende oder ungepflegte Hecken bieten hingegen kaum Widerstand und können zusätzlich Sicht nehmen. Aus präventiver Sicht sind Hecken besonders sinnvoll, wenn sie mit einem Zaun kombiniert werden oder so angelegt sind, dass wichtige Bereiche weiterhin einsehbar bleiben.

 

Mauern und Gabionen: Massiv, aber nicht automatisch sicherer

Mauern, Klinkereinfriedungen oder Gabionen vermitteln auf den ersten Blick ein hohes Maß an Sicherheit. Mechanisch sind sie sehr stabil, doch auch hier gilt: Hoher Sichtschutz kann unbeabsichtigt Rückzugsräume für Täter schaffen. Ohne ergänzende Maßnahmen wie Beleuchtung oder klar definierte Zugänge bieten auch massive Einfriedungen keinen vollständigen Schutz. Sie eignen sich vor allem dort, wo Sicherheitsaspekte mit Lärm- oder Sichtschutz kombiniert werden sollen.

 

Fazit: Einfriedung als Teil eines Gesamtkonzepts

Die Absicherung des eigenen Wohngrundstücks beginnt mit einer klaren und durchdachten Einfriedung. Ein Zaun, eine Hecke oder eine Mauer kann Hausfriedensbruch erschweren und Einbrecher abschrecken, ersetzt jedoch keine mechanische Sicherung von Türen und Fenstern. Polizeiliche Empfehlungen setzen auf das Zusammenspiel aus Grundstücksgrenze, Sichtbarkeit, Beleuchtung und stabilen Gebäudesicherungen. Wer sein Grundstück nicht offen zugänglich gestaltet und potenziellen Tätern Zeit und Risiko abverlangt, reduziert nachweislich die Wahrscheinlichkeit, überhaupt zum Ziel eines Einbruchs zu werden.


Bildquelle(n): photo from Drazen Zigic on freepik.com