Finanzen rund um die Immobilie
veröffentlicht am: 05.02.2026
Der Jahreswechsel ist traditionell die Zeit, in der man Bilanz zieht und Pläne schmiedet. Für Immobilieneigentümer bietet er eine gute Gelegenheit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rund um das eigene Objekt zu prüfen und neu zu ordnen.
Denn: Kosten steigen, gesetzliche Vorgaben ändern sich, und energetische und finanzielle Anforderungen werden anspruchsvoller. Wer jetzt seine Unterlagen sichtet, Verträge auf den Prüfstand stellt und strategische Entscheidungen vorbereitet, macht sein Eigentum wirtschaftlich tragfähig und zukunftssicher.
Betriebskosten
Die Betriebskosten bilden für Eigentümer und Vermieter eine der größten laufenden Ausgabenpositionen. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf alle Verträge und Kostenarten zu Jahresbeginn besonders. Dienstleistungen wie Hausreinigung, Gartenpflege oder Winterdienst sind oft über Jahre hinweg unverändert geblieben – und damit manchmal teurer als nötig. Ein Vergleich mit alternativen Anbietern, ein Zusammenschluss mehrerer Leistungen oder eine Umstellung von Pauschalen auf tatsächliche Einsatzkosten kann spürbare Einsparungen bringen.
Auch beim Thema Energie gibt es häufig Sparpotenzial. Wer seinen Versorger seit Jahren nicht gewechselt hat, zahlt fast immer zu viel. Ein Vergleich verschiedener Angebote kann daher sehr lohnenswert und kostensparend sein. Im Zuge dessen lohnt sich auch der Blick auf neue Technologien: Smarte Steuerung durch digitale Thermostate oder Verbrauchsüberwachung senkt den Energieeinsatz – ein Vorteil, der sowohl Selbstnutzer als auch Vermieter entlastet und gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck reduziert. Gerade bei vermieteten Objekten können digitale Lösungen helfen, den Energieverbrauch transparent zu machen und Streit über Nebenkosten zu vermeiden.
Finanzierung und Zinsbindung
Für Immobilieneigentümer, deren Zinsbindung in den kommenden Monaten oder Jahren ausläuft, ist der Jahresstart ein geeigneter Moment, um sämtliche Finanzierungsunterlagen auf den Prüfstand zu stellen – und gegebenenfalls Anschlussfinanzierungen zu planen, etwa mittels Forward-Darlehen. Diese bieten die Möglichkeit, sich frühzeitig ein Zinsniveau zu sichern, bevor die Anschlussfinanzierung ansteht. Das kann sich insbesondere dann lohnen, wenn die Zinsentwicklung unsicher bleibt. Auch eine Umschuldung kann geprüft und unter Umständen attraktiv werden: Manche Banken bieten bessere Konditionen oder flexiblere Rückzahlungsmodelle. Sondertilgungen sind beispielsweise ein wirksames Instrument, um langfristig Zinskosten zu reduzieren. Ergänzend sollten Eigentümer ihre persönlichen Risikoabsicherungen auf den Prüfstand stellen: Ausreichende persönliche Vorsorge wie Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherungen schützt die Finanzierung im Ernstfall.
Instandhaltungsplanung
Eine solide Instandhaltungsstrategie ist einer der wichtigsten Bausteine für Werterhalt und Wirtschaftlichkeit einer Immobilie. Wer frühzeitig plant, vermeidet Überraschungen und kann Maßnahmen sinnvoll kombinieren. Rücklagen sind dafür unerlässlich. Sie sollten allerdings realistisch bemessen sein: Je nach Alter und Zustand des Gebäudes empfiehlt sich eine Orientierung zwischen etwa 10 und 25 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche jährlich. Auch hier empfiehlt es sich, die Höhe der Rücklagen zu prüfen und bei Bedarf an den Zustand der Immobilie anzupassen.
Zu Jahresbeginn lohnt es sich außerdem, eine Prioritätenliste zu erstellen. Welche Reparaturen sind bereits absehbar? Welche Modernisierungen stehen bevor – und lassen sie sich mit ohnehin anstehenden Arbeiten verbinden, um Kosten zu sparen? Ein professioneller Blick auf Dach, Heizung oder Elektrik hilft, schleichende Schäden zu entdecken, bevor sie teuer werden. Die Erfahrung zeigt: Frühzeitige Instandhaltung kostet weniger als spätere Schadensbehebung.
Vermietung und Steuern
Auch bei vermieteten Immobilien sollte der Jahresstart für eine Bestandsaufnahme genutzt werden. Viele Kommunen aktualisieren ihre Mietspiegel, sodass Eigentümer prüfen sollten, ob die bestehende Miete dem Markt entspricht. Ergibt sich dabei Spielraum nach oben, können Mieten – im rechtlich zulässigen Rahmen – angepasst und so die Wirtschaftlichkeit der Immobilie verbessert werden.
Steuerlich bietet das Jahr 2025 ebenfalls Raum für Gestaltung. Erhaltungsaufwand, energetische Verbesserungen oder Handwerkerleistungen bleiben als Kostenpunkte relevant. Wer die steuerlichen Auswirkungen geplanter Maßnahmen frühzeitig durchdenkt, kann Investitionen optimal timen und Freibeträge sinnvoll nutzen. Ein Gespräch mit dem Steuerberater zu Jahresbeginn schafft Klarheit für anstehende Entscheidungen – und in diesem Zuge ein gutes Ablagesystem für Rechnungen zu etablieren, schont die Nerven, wenn die nächste Steuererklärung ansteht.
Versicherungen aktualisieren
Versicherungen sind ein Dauerbrenner beim finanziellen Frühjahrsputz – und für Immobilieneigentümer unverzichtbar. Besonders wichtig ist die Wohngebäudeversicherung: Durch gestiegene Baupreise droht bei älteren Policen eine Unterversicherung, die im Schadensfall zu erheblichen finanziellen Einbußen führen kann. Eine Aktualisierung des Versicherungswertes sorgt hier für Schutz und Ruhe. Eigentümer sollten sich dabei insbesondere fragen: Stimmen Wohnfläche und Versicherungswert noch? Ist Elementarschaden eingeschlossen? Passen Selbstbehalte und Leistungen noch zur eigenen Risikobereitschaft?
Ergänzend lohnt sich ein Blick auf Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Elementarschadenversicherungen. Gerade Letztere hat durch zunehmende Extremwetterereignisse deutlich an Bedeutung gewonnen. Neue Kombitarife oder verbesserte Leistungen machen einen Versicherungsvergleich – insbesondere zum Jahresbeginn – sinnvoll.
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