Anruf bei... Erster Bürgermeister Markt Schnaittach

Ein Anruf bei... Frank Pitterlein

veröffentlicht am: 07.04.2026

Hallo Herr Pitterlein, danke, dass Sie sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit uns nehmen. Seit 2014 sind Sie Erster Bürgermeister des Marktes Schnaittach. Was waren für Sie besondere Meilensteine in dieser Zeit?

Frank Pitterlein: Das Wichtigste zuerst: In den Krisen der vergangenen Jahre haben wir immer fest zusammengehalten – in der Bürgerschaft wie auch politisch, trotz unterschiedlicher Meinungen und fünf Fraktionen im Marktrat. Gesellschaftliche Meilensteine waren die großen Feuerwehrjubiläen, die vielen Vereinsfeste und der Besuch der „BR-Radltour“. Bei allen Festen halfen die Bürger mit, sodass wir alle tolle Zeiten erleben konnten.

Ich bin stolz, dass wir in Schnaittach mit Augenmaß und Verantwortung gehandelt haben – auch finanziell. Wir haben investiert, ohne kommende Generationen mit zu hohen Schulden zu belasten. Besonders sichtbar ist das beim Ausbau der Kinderbetreuung: Einrichtungen wurden erweitert oder neu gebaut, zudem haben wir einen der ersten Waldkindergärten im Umfeld ermöglicht.

Auch beim flächendeckenden Internetausbau haben wir Wort gehalten. Schnelles Internet ist inzwischen überall verfügbar, der FttH-Ausbau nahezu abgeschlossen – nur in zwei Ortsteilen fehlt noch der letzte Schritt. Durch neue Gewerbeflächen haben wir außerdem Entwicklung ermöglicht, wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen und stärken damit langfristig unsere Einnahmen.

   

Was macht Schnaittach aus Ihrer persönlichen Sicht als Wohn- und Lebensort besonders lebenswert?

Frank Pitterlein: Schnaittach ist seit über 1.000 Jahren schön gelegen! Wunderschöne Natur, tolle Menschen, die Nähe zur Metropolregion mit guter Verkehrsanbindung und trotzdem direkt hinter der Haustüre ländliches Flair mit viel Natur, Wäldern, Wiesen und Landwirtschaft. Das Schnaittachtal bietet Lehr- und Sinnespfade, Wanderwege, Mountainbiketouren, und wir haben eine tolle Downhillstrecke in Osternohe. Im Winter kann man sogar an mehreren Skiliften Ski fahren, rodeln und langlaufen (wenn der Schnee reicht – 2026 ging das sehr gut!).

   

Wie bewerten Sie aktuell die Wohnsituation im Markt Schnaittach – insbesondere für junge Familien und Senioren?

Frank Pitterlein: Das Leben auf dem Land ist etwas günstiger – sowohl die Lebenshaltung als auch die Kinderbetreuung liegen deutlich unter dem Niveau der Großstädte. Wir haben die Betreuung zudem über die gesetzlichen Vorgaben hinaus ausgebaut. Sing- und Musikschule, zwei Büchereien sowie zahlreiche Vereine mit aktiver Jugendarbeit runden das Angebot ab. Mit der „VHS Unteres Pegnitztal“ bieten wir Erwachsenen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten.

Von Mai bis September steht allen Generationen unser Freibad mit Wellenrutsche, Sprungturm und 50-Meter-Becken offen. Die große Liegewiese mit Blick auf den Rothenberg – unser Wahrzeichen – ist dabei ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Für Senioren gibt es Kaffeekreise, Fahrten und weitere spezielle Angebote. Wohnprojekte für unterschiedliche Bedürfnisse bis hin zu einem größeren Altenheim sind vorhanden, ebenso ein ehrenamtliches Trauercafé und ein Trauerverein. Nicht ganz barrierefrei ist allerdings unser historischer Ortskern - und viele Gehwege müssen noch saniert werden.

   

Gibt es derzeit oder in naher Zukunft neue Baugebiete oder Nachverdichtungsprojekte in Schnaittach oder den Ortsteilen?

Frank Pitterlein: Wir haben gerade ein Bauleitverfahren beschlossen, in dem ein privater Investor ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mit mehreren Wohnungen umsetzen möchte. Ebenso ist ein kleines Baugebiet noch nicht ganz abverkauft. Nachverdichtung findet ständig statt, und wir planen stetig eine passende Innen- und maßvolle Außenentwicklung – aber ohne große Einzelprojekte, da diese uns in manchen Strukturen überfordern würden.

   

Welche Bedeutung haben Vereine, Ehrenamt und Nachbarschaft für das Zusammenleben?

Frank Pitterlein: Wie bereits gesagt: Wir alle leben Vereinsleben und Ehrenamt – auch in der Kommune – vor. Viele Mitarbeiter sind bei der Feuerwehr und rücken bei Einsätzen aktiv aus dem Rathaus oder dem Bauhof mit aus. Ich selbst bin aktiver Rettungsschwimmer der Wasserwacht und in der BRK-Bereitschaft als Rettungsassistent tätig – beides wegen der Amtszeiten etwas mehr im Hintergrund. Aber ich habe die Praxis und die Einblicke, um die Ehrenamtlichen zu verstehen und richtig zu fördern!

   

Welche Veranstaltungen stehen in den kommenden Monaten besonders im Fokus?

Frank Pitterlein: An Pfingsten beginnt bei uns die Kirwa-Zeit - unsere Kirwa-Madla und Kirwa-Boum feiern in den Ortsteilen mit fetzigen Bands im Festzelt. Wir feiern vom 24.–26.04.2026 mit unserer Freiwilligen Feuerwehr Kirchröttenbach 125+5 Jahre Jubiläum (wegen Corona fiel das 125-jährige Jubiläum aus) im Ortsteil Kirchröttenbach, und das ganze Dorf wird mithelfen, dies zu einem tollen Frühlingswochenende zu machen. Neben dem großen Festumzug am Sonntag endet am Samstag der überregional bekannte Landkreislauf dort. Und zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei – trotz Live Musik im großen Party-Festzelt

   

Wenn Sie Schnaittach in einem Satz beschreiben müssten: Warum lohnt es sich, hier zu wohnen und zu leben?

Frank Pitterlein: Heimat beginnt im Herzen – und davon haben wir ganz viele! Einfach seit 1.000 Jahren schön!

   

Vielen Dank für das Gespräch.

   


Bildquelle(n): Markt Schnaittach