Ratgeber EEG-Förderung - 20-Jahres-Marke

Die Sonne arbeitet weiter für Sie

veröffentlicht am: 21.07.2026

Für viele Hausbesitzer endet derzeit eine Ära: Zahlreiche Photovoltaik-Anlagen haben die 20-Jahres-Marke erreicht und fallen damit aus der ursprünglichen EEG-Förderung heraus. Das wirft verständlicherweise Fragen auf. Rechnet sich die Anlage weiterhin? Sollte der erzeugte Strom eingespeist oder besser selbst genutzt werden? Tatsächlich gibt es auch nach dem Förderende verschiedene Möglichkeiten, die Solarenergie weiterhin gewinnbringend einzusetzen.

   

Die gute Nachricht: Auch nach 20 Jahren lohnt sich eine PV-Anlage noch! Denn auch nach zwei Jahrzehnten liefern zahlreiche Photovoltaik-Anlagen weiterhin zuverlässig Strom. Das Auslaufen der EEG-Förderung bedeutet daher nicht automatisch das Ende der Solaranlage. Stattdessen lohnt sich ein genauer Blick auf die Möglichkeiten, die sich danach bieten.

   

Strom weiterhin einspeisen

Auch nach Ablauf der Förderung kann der erzeugte Solarstrom weiterhin ins öffentliche Netz eingespeist werden. Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom abzunehmen und entsprechend zu vergüten. Zwar fallen die Vergütungssätze heute niedriger aus als zu Beginn der Laufzeit, dennoch kann sich die Einspeisung bei einer gut funktionierenden Anlage weiterhin rechnen. Besonders erfreulich: Häufig sind dafür keine größeren technischen Anpassungen erforderlich.

   

   

Eigenverbrauch gewinnt an Bedeutung

Für viele Hausbesitzer wird jedoch der Eigenverbrauch zunehmend interessanter. Jede Kilowattstunde Strom, die direkt im eigenen Haushalt genutzt wird, muss nicht zusätzlich beim Energieversorger eingekauft werden. Angesichts steigender Strompreise kann das langfristig spürbare Einsparungen ermöglichen.

Hinzu kommt, dass ältere Photovoltaik-Anlagen meist bereits vollständig abbezahlt sind. Dadurch beschränken sich die laufenden Ausgaben oft auf Wartungsarbeiten, Reinigungen oder kleinere Reparaturen.

   

   

Bestehende Anlage sinnvoll erweitern

Wer mehr vom selbst erzeugten Strom nutzen möchte, sollte die bestehende Anlage fachgerecht überprüfen lassen. Oft genügen bereits kleinere Anpassungen im Bereich des Zählerschranks, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Je nach Ausgangssituation kann sich auch eine Modernisierung lohnen. Besonders häufig wird die Photovoltaik-Anlage heute mit einer Wärmepumpe oder einem Batteriespeicher kombiniert. Ein Stromspeicher ermöglicht es, überschüssige Energie zwischenzuspeichern und beispielsweise in den Abendstunden zu nutzen. Dadurch steigt der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms deutlich.

Zwar ist die Anschaffung eines Speichers mit zusätzlichen Kosten verbunden, vielerorts stehen jedoch Förderprogramme oder Zuschüsse zur Verfügung, die die Investition attraktiver machen können.

   

   

Technischen Zustand prüfen lassen

Nach rund 20 Jahren Betriebszeit empfiehlt sich außerdem eine gründliche Überprüfung der Anlage. Dabei werden unter anderem Solarmodule, Wechselrichter und elektrische Anschlüsse kontrolliert. So lassen sich mögliche Schwachstellen frühzeitig erkennen und größere Leistungseinbußen vermeiden.

Auch ein Blick auf den Versicherungsschutz kann sinnvoll sein. Viele ältere Photovoltaik-Anlagen lassen sich problemlos über die bestehende Gebäudeversicherung absichern. Ob zusätzliche Versicherungen notwendig sind, sollte regelmäßig geprüft werden.

   

   

Weiterhin attraktiv

Das Ende der EEG-Förderung bedeutet nicht, dass eine Photovoltaik-Anlage ihre Wirtschaftlichkeit verliert. Viele Anlagen erzeugen auch nach mehr als 20 Jahren zuverlässig Strom und helfen dabei, Energiekosten zu senken. Wer die eigene Anlage regelmäßig überprüfen lässt und mögliche Optimierungen nutzt, kann auch künftig von sauberer Solarenergie profitieren.

   


Bildquelle(n): (Titelbild) Rathscheck Schiefer, Bild 1: Rathscheck Schiefer, Bild 2: Leeb Balkone GmbH, Bild 3: Leeb Balkone GmbH, Bild 4: Kilo-What? / Metallbau Krauß GmbH