Vor Ort in Erlangen-Tennenlohe

08.11.2010 10:57

Walderlebniszentrum und Naturschutzgebiet mit Wildpferden in Tennenlohe 

Erlangen-Tennenlohe ist manch einem nur als Autobahnausfahrt bekannt. Zu Unrecht: Der südliche Ausläufer der Stadt hat einiges zu bieten.

Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Ort war bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Streusiedlung mit Bauernhöfen und wurde 1972 in Erlangen eingemeindet. Mittlerweile sind dort nicht nur das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen und viele weitere Unternehmen der IT-Branche ansässig, sondern es ist auch eine ruhige Wohngegend mit viel Grün entstanden. Der Sportverein Tennenlohe mit Kegelbahn, Fußball- und Tennisplätzen bietet ein reichhaltiges Freizeitangebot für Groß und Klein. 

Walderlebniszentrum 

Eine besondere Attraktion nicht nur für Kinder ist das ganzjährig geöffnete Walderlebniszentrum Tennenlohe. Auf dem 1,2 km langen Naturerlebnispfad mit 12 Stationen kann man auf verschiedenartigen Waldböden barfuß laufen, mit verbundenen Augen Bäume, Sträucher und totes Holz ertasten und die Geräusche im Wald erlauschen. 

Vier Themenhäuser bieten Wissenswertes und Spannendes zur Waldgeschichte sowie zu Tieren und Pflanzen des Waldes. Schulklassen können (nach Anmeldung) im Wald, aber auch im "Grünen Klassenzimmer", einem Unterrichtsraum ganz aus Holz, den Unterricht einmal ganz anders erleben. 

Als Einrichtung der Bayerischen Forstverwaltung mit dem Auftrag zur Umsetzung der gesetzlich verankerten Waldpädagogik, hat sich das Walderlebniszentrum Tennenlohe zum Ziel gesetzt, allen Bevölkerungsgruppen Information und Erlebnis zu den Themenkomplexen Wald und Forstwirtschaft zu vermitteln. Gerade in der urbanen Lage der Metropolregion Nürnberg, Fürth, Erlangen versteht sich das Walderlebniszentrum als die kompetente Einrichtung zur Erläuterung dieser Themen. 

Hintergründe dabei sind einerseits die wachsende Naturentfremdung der Bevölkerung, andererseits das Wissen um die Bedeutung von Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltzerstörung, nachwachsende Rohstoffe oder CO2-Bilanzen. 

Ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ist das Wissen um die positiven Effekte, die der Aufenthalt in der Natur auf den Menschen und seine Entwicklung besitzt. Im Walderlebniszentrum können Zusammenhänge zu oben genannten Themen am Wald aufgezeigt, sowie im einzelnen beleuchtet und zielgruppengerecht vermittelt werden. 

Naturschutzgebiet mit Urwildpferden 

Das Gebiet "Tennenloher Forst" liegt südöstlich von Erlangen und wurde bis 1993 als militärischer Truppenübungsplatz genutzt. Dadurch entstanden offene Sandgebiete mit einer Vielzahl schützenswerter Lebensräume. Da es in diesem Gebiet besonders viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten gibt, wurde der Tennenloher Forst zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit 2002 gehört er auch zum Europäischen Biotopverbundnetz Natura 2000. 

Der Tennenloher Forst ist mit seinen 934 Hektar das größte Naturschutzgebiet in Mittelfranken. Seine großflächigen Sandlebensräume gelten als einzigartig für den ganzen süddeutschen Raum. Von den 1.800 hier lebenden Tier- und Pflanzenarten, sind über 330 vom Aussterben bedroht. Um die drohende Verbuschung aufzuhalten, wird das Gebiet seit 2003 ganzjährig mit Przewalski-Pferden beweidet. Hinter einem stabilen Doppelzaun können Besucher die Urwildpferde bewundern. 

Sie sorgen auf natürliche Weise dafür, dass die Welt der Sandbewohner wie Heidelerche, Sandlaufkäfer und Blauflügelige Ödlandschrecke erhalten bleibt. Mit ihrem typischen Verhalten wie Wälzen und Scharren sowie durch den Huftritt schaffen die Pferde immer wieder neue offene Sandflächen, die zum Überleben der Sandbewohner wichtig sind. 

Die Pferde knabbern auch gerne am Gehölz, hierdurch wird die Ausbreitung der Bäume und die Überalterung des Heidekrauts verhindert. Viele Pflanzen- und Tierarten profitieren von solch einer abwechslungsreichen Landschaft, in der sie für ihre verschiedenen Bedürfnisse jederzeit einen geeigneten Lebensraum finden. 

Die Przewalski-Pferde im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst werden allerdings nicht nur als ?Landschaftspfleger? eingesetzt. In der freien Wildbahn gelten sie seit 1790 als ausgestorben. Nur 13 Wildtiere überlebten in Zoos und sind durch gezielte Zucht "neue Urväter und Urmütter" von weltweit rund 2.000 Nachkommen. 

Dadurch konnte der Bestand dieser Pferdeart gesichert werden. Durch die naturnahen Haltungsbedingungen in dem weitläufigen Gehege in Tennenlohe werden die Tiere auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet, bevor sie mittelfristig in ihre ursprüngliche Heimat in Kasachstan ausgewildert werden. 

Es lohnt sich also durchaus, nicht nur an der Ausfahrt Erlangen-Tennenlohe vorbeizufahren, sondern einmal abzubiegen und mit eigenen Augen zu sehen, welche Schätze sich dort verbergen. 

Weitere Informationen unter www.walderlebniszentrum-tennenlohe.de und www.wildpferde-tennenlohe.de 

  

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