Viel Bewegung am Nürnberger Immobilienmarkt

30.01.2020 09:11

Exklusiv-Interview mit dem neuen DZ HYP Regionaldirektor Christian Pickl

Foto: PicturePeople

Der gewerbliche Immobilienmarkt befindet sich seit rund elf Jahren im Aufschwung. Wie hat sich der Nürnberger Markt in dieser Zeit entwickelt?

Christian Pickl: Insgesamt können wir eine positive Entwicklung verzeichnen, was spürbar steigende Mieten zur Folge hat. Die Frankenmetropole hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem klassischen Industriehin
zu einem echten Dienstleistungsstandort gewandelt. Wie viele andere regionale Zentren auch hat Nürnberg davon profitiert, dass die Big-7 Metropolen „leer gekauft“ und die dort erzielbaren Renditen für viele Investoren nicht mehr attraktiv sind.

Standorte wie unsere Metropolregion bieten sich deshalb seit einiger Zeit als zusätzlicher Investitionsmarkt an. Nicht zuletzt waren die Immobilien lange Zeit unterbewertet. Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre haben dies korrigiert.

Verraten Sie uns bitte die regionalen Besonderheiten am hiesigen Immobilienmarkt. Was hat speziell Nürnberg, was andere Standorte nicht haben?

Christian Pickl: Im Vergleich zu den Topstandorten sehen wir in der Noris kaum spekulativen Neubau. Der Nürnberger Norden – in Richtung Albrecht Dürer Airport – bietet ein hohes Wachstumspotenzial. Das Logistikdrehkreuz garantiert eine hervorragende Verkehrsanbindung. Darüber hinaus erfreut sich die Stadt Nürnberg stetig steigender Übernachtungszahlen sowohl durch Touristen, als auch Geschäftsreisende. Einen weiteren Anziehungspunkt stellt die NürnbergMesse dar, was wiederum eine Aufwertung der Stadt als Hotelstandort mit anhaltendem Expansionsspielraum bedeutet. Exemplarisch sei hier das Tafelhofpalais am Bahnhof mit den beiden Häusern Motel One und Leonardo erwähnt.

Einen gewaltigen Schub wird der gesamte Immobilienmarkt durch die geplante neue Technische Universität Nürnberg (TUN) im Stadtteil Lichtenreuth erfahren. Daneben gibt es noch weitere größere, innerstädtische Konversionsflächen, die einer Bebauung zugeführt werden können. Zu nennen wäre hier zum Beispiel das Kohlenhof-Areal.

Für welche Assetklassen sehen Sie in der Region besonderes Potenzial?

Christian Pickl: Für den Bürosektor, solange die Konjunktur stabil bleibt. Wir verfügen in Nürnberg im Übrigen über einen großen Bestand an nicht mehr zeitgemäßen Büroflächen, die durch Sanierung auf einen modernen Standard gebracht werden können. Des Weiteren haben wir in Bezug auf bezahlbaren Wohnraum, studentisches Wohnen – insbesondere mit Fokus auf die neue TUN – und die logistische Infrastruktur noch Luft nach oben. In den Segmenten Hotel und Handel haben wir in der Region schon einen gewissen Sättigungsgrad erreicht, für Nischenprojekte sehen wir aber weiteres Potenzial.

Wo liegen nach Ihrer Ansicht besondere Herausforderungen in der Zukunft?

Christian Pickl: Da fällt mir als Erstes der angespannte Wohnungsmarkt ein. Der Flächenmangel bedingt steigende Grundstückspreise und Handwerker haben keine freien Kapazitäten. Bezahlbare Kaufpreise bleiben demnach eine Herausforderung für Bauträger. Der stationäre Einzelhandel steht insbesondere durch das stetig zunehmende Onlineshopping vor großen Veränderungen. Dies wird auch an Nürnberg als Top-Einzelhandelsstandort mit weitreichendem Einzugsgebiet nicht spurlos vorbei gehen.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die künftige Zinspolitik der Zentralbanken müssen natürlich von allen Marktteilnehmern berücksichtigt werden. Nachverdichtungspotenziale sollten konsequent genutzt und von der Verwaltung auch ermöglicht werden. Die Genehmigungsverfahren, übrigens nicht nur bei uns in der Region, dauern meines Erachtens noch zu lange.

DZ HYP in Nürnberg: Persönlicher Ansprechpartner vor Ort

Sie betreiben in dem Nürnberger Regionalbüro das Geschäft mit Gewerbekunden. Um welche Finanzierungen handelt es sich da in der Regel?

Christian Pickl: Um individuelle Finanzierungen insbesondere für Investoren, Projektentwickler und Bauträger. Kernsegmente sind Büro, Einzelhandel und Wohnen. Hinzu kommen die Spezialsegmente Logistik, Hotel und Sozialimmobilien.

Warum ist die DZ HYP mit einem Regionalbüro in Nürnberg vertreten?

Christian Pickl: Uns ist die Nähe zum Markt und zum Kunden mit einem persönlichen Ansprechpartner vor Ort wichtig. Außerdem hat sich eine gemeinsame Marktbearbeitung mit den Kollegen der Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Region bewährt. Hier vereinen sich regionale Marktkenntnis und standortübergreifendes Immobilien-Know-how.

Welche Bedeutung hat der Nürnberger Markt für die DZ HYP?

Christian Pickl: Der Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen ist einer der bedeutendsten Immobilienmärkte in Deutschland und – nach München – der zweitwichtigste Markt in Bayern. Wir sehen hier noch ein enormes Wachstumspotenzial. Zweifelsohne haben wir in der gesamten Metropolregion starke und leistungsfähige Marktteilnehmer, die sich zum einen regional und zum anderen bundesweit mit interessanten Immobilienthemen beschäftigen. Wir begleiten unsere Kunden aber auch überregional mit unserem vielfältigen Finanzierungs- und Dienstleistungsangeboten.

Zur Person Christian Pickl

Sie sind seit dem 1. Februar neuer Regionaldirektor in Nürnberg. Was reizt Sie an der Aufgabe?

Christian Pickl: Ich bin seit vielen Jahren am Nürnberger Immobilienmarkt aktiv. Ich freue mich darauf, hier für eine verlässliche und leistungsfähige Bank tätig sein zu dürfen. Mein Ziel ist es, die DZ HYP in der Region als prominentesten und bedeutendsten Bankpartner für gewerbliche Immobilienkunden zu etablieren.

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