Immobilien als Kapitalanlage: Betongold nicht mehr uneingeschränkt eine sichere Geldanlage

15.09.2017 08:39

Bildquelle: http://www.immowelt.de

Immobilien als Kapitalanlage lohnen sich in weiten Teilen Deutschlands nur noch für erfahrene Anleger / Eine Analyse von immowelt.de zeigt: Am höchsten sind die Brutto-Renditen mit bis zu 8 Prozent im Osten und in NRW – in vielen Städten droht allerdings Leerstand / Geringe Renditen im Norden und Süden

Nürnberg, 14. September 2017. Wer sein Geld festverzinst bei der Bank anlegt, kann aktuell froh sein, 1 Prozent Zinsen zu bekommen. Deutlich höhere Renditen sind nach wie vor bei Investitionen in Betongold möglich. Am höchsten sind die durchschnittlichen Brutto-Renditen im Osten Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem lohnt es sich nicht uneingeschränkt, eine vermietete Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt.de, für die die Brutto-Mietrenditen von Eigentumswohnungen in 40 ausgewählten deutschen Großstädten berechnet wurden. Die Zinsen bei Fremdfinanzierung, Kaufneben-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten sind nicht berücksichtigt.


Hohe Renditen im Osten und Westen möglich

Dass eine hohe Brutto-Rendite nicht gleich eine sichere Anlage bedeutet, zeigt sich am Beispiel Chemnitz: In der sächsischen Großstadt ist die durchschnittliche Brutto-Rendite mit 8,2 Prozent pro Jahr am höchsten. Der Grund: Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im Vergleich zu den Mietpreisen relativ niedrig. Die Brutto-Rendite ist zwar hoch, die Leerstandsquote allerdings auch. 8,5 Prozent der Wohnungen in Chemnitz stehen leer, das Risiko auf Mieteinnahmen verzichten zu müssen somit groß.

Ähnlich sieht es auch in anderen ostdeutschen Städten aus: In Magdeburg und Halle an der Saale liegt die Brutto-Rendite aktuell bei 6,6 Prozent. Genauso wie Chemnitz zählt auch Halle zu den Städten in Deutschland mit dem größten Leerstand (Quelle: CBRE-empirica-Leerstandsindex 2016). Kapitalanlagen sind in diesen Städten mit einem höheren Risiko verbunden als in Orten mit starkem Zuzug – wie etwa München – und nur für erfahrene Anleger empfehlenswert. Hinzu kommt, dass aufgrund der deutlich niedrigeren Mieten in den Oststädten Instandhaltungs- oder Sanierungskosten stärker ins Gewicht fallen als in Städten mit höherem Mietniveau.

Eine Sonderrolle bei den Ost-Städten spielt Rostock: Lediglich 2,8 Prozent Brutto-Rendite können Immobilienkäufer dort erwarten. Hier treffen hohe Kaufpreise, bedingt durch Tourismus, auf verhältnismäßig niedrige Mieten.

Ein ähnliches Bild wie im Osten zeigt sich auch in einigen NRW-Städten: Mit einer Brutto-Rendite von jeweils 7,2 Prozent liegen Duisburg und Wuppertal nur knapp hinter Chemnitz. Allerdings herrscht auch hier ein erhöhtes Risiko bei Investments aufgrund des Leerstands.


München, Freiburg und Hamburg: nur geringe Renditen möglich

Ein anderes Bild zeigt sich im Norden und Süden Deutschlands: München (3,1 Prozent Brutto-Rendite), Freiburg (3,2 Prozent) und Hamburg (3,3 Prozent) haben zwar nicht mit Leerstand zu kämpfen, dafür sind dort die Brutto-Renditen verhältnismäßig niedrig. Die Kaufpreise für Immobilien sind in diesen Städten mittlerweile so hoch, dass sie sich kaum mehr durch die Mieteinnahmen amortisieren lassen. Besonders München ist für Privatinvestoren nur noch bedingt attraktiv. Hier machen Investitionen in Immobilien in der Regel nur Sinn, wenn die Wohnung später selbst oder von den Kindern genutzt werden soll.

Die Brutto-Renditen für Eigentumswohnungen in den 40 untersuchten Städten im Überblick:



Weitere Informationen zu den Renditen-Chancen in 40 ausgewählten Städten finden Sie auf https://news.immowelt.de/.

Berechnungsgrundlage Datenbasis für die Berechnung der Miet- und Kaufpreise waren 539.480 Miet- und Eigentumswohnungen, die im 2. Halbjahr 2016 und 1. Halbjahr 2017 auf immowelt.de inseriert wurden. Die Miet- und Kaufpreise spiegeln den Median, also den mittleren Wert der Angebotspreise, wider. Mietpreise sind Nettokaltmieten bei Neuvermietung, Kaufpreise Angebots-, keine Abschlusspreise.

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