Ein Anruf bei Uwe Pelz

12.10.2009 14:39

 Geschäftsführer der Rohrreinigungs-Service RRS GmbH Nürnberg

Herr Pelz, erstmal Glückwunsch - Ihr Unternehmen behauptet sich seit mehr als 35 Jahren sehr erfolgreich am Markt. 1972 ging?s los als Familienbetrieb mit 2 Mitarbeitern, mittlerweile sind es fast 40 Beschäftigte. Was ist eigentlich das Geheimnis Ihres Erfolgs?

?Meinen? Erfolg gibt es nicht. Auch gibt es kein wirkliches Geheimnis. Letztendlich führe ich nur fort, was meine Eltern Betty und Ernst Pelz 1972 erfolgreich als Pioniere in dieser Branche begonnen haben. Dass wir uns so gut auf dem Markt behaupten können, ist die ?Summe des Ganzen?. Zum Einen sind wir eine sehr gute Gemeinschaft innerhalb unserer Firma, mit sehr guten Mitarbeitern, die alle ihr Handwerk verstehen und ihre Arbeit lieben - ich denke, das ist mit das Wichtigste. Wenn es also so eine Art Geheimnis gibt, dann ist es wohl die Liebe und Verbundenheit zu der Arbeit, die man tut. Zum Anderen sind wir unseren Kunden seit je her eng verbunden, bei uns gilt noch das Wort, das man gibt. Wir sind eine Firma zum Anfassen, mit direkten Ansprechpartnern. Wie bei jedem guten Handwerk, kostet auch unsere Tätigkeit Geld. Dafür erhält unser Kunde aber auch eine umfassende Dienstleistung, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir kümmern uns um unsere Kunden und lassen sie nicht mit ihren Problemen alleine. Service am Kunden ist für uns nicht nur eine Floskel.

  Wie hat sich Ihr persönliches Aufgabenfeld in den letzten Jahren entwickelt?

Mein Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahren, natürlich auch bedingt durch unser stetiges Wachsen, immer mehr hin zu administrativen Aufgaben entwickelt. Durch die steigende Zahl der Mitarbeiter und dem größer werdenden Kundenstamm nimmt das,  was bei uns von je her den höchsten Stellenwert hat - ich nenne es mal ?Kümmern um den Kunden und sich seiner Probleme annehmen? - immer mehr Zeit in Anspruch, die dann auch da sein muss.

  Stichwort ?Wirtschaftliche Lage in der Region? - was sind Ihre Erfahrungen? Geht?s Ihrer Branche gut oder spüren Sie, dass die Kunden eher etwas zurückhaltender geworden sind?

Unsere Kunden waren schon immer zurückhaltend, was ja auch gut ist. Ich meine, wer gibt schon gerne Geld aus? Sie nicht und auch ich nicht. Deswegen sehe ich auch keine wirklichen Unterschiede zwischen vor - und nun - während der Wirtschaftskrise. Einzig der Kunde ist endlich kritischer geworden, d.h. er schaut nicht mehr nur aufs Geld, sondern wägt ab: Was bekomme ich hier für mein Geld und was bekomme ich bei der Firma XY? Es hilft doch nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und auf Besserung zu hoffen. Da muss sich doch jeder auch mal an die eigene Nase fassen und sich selbst fragen, ob das alles so richtig war, was er die letzten Jahre gemacht hat - und zwar vom Bandarbeiter bis zum Manager: ?Habe ich vielleicht zu oft ?blau? gefeiert, habe ich schlampig gearbeitet oder habe ich die Zeichen der Zeit verpasst, auf falsche Produkte gesetzt oder mir doch zuviel aus dem Topf ausgezahlt?? Auch hier gilt: Die Summe des Ganzen bringt das Ergebnis! Nach wie vor stehe ich zu meiner Meinung - mit guter Arbeit kann man immer bestehen und Geld für sich und seine Familie verdienen. Vor lauter Jammern wird ganz vergessen, sich auf das eigene Tun zu konzentrieren.

  Was fällt Ihnen beim Stichwort ?Heimat? ein?

Heimat ist für mich immer dort, wo ich lebe, wo ich mich wohl fühle, wo meine Familie und meine Freunde sind, wo ich Wurzeln geschlagen habe. Früher war ich noch der Meinung, dass ich in Deutschland ?nicht alt? werden würde, ich wollte Sonne, Strand und Meer. Heute muss ich darüber schmunzeln, denn nun höre ich mich reden wie früher meine Eltern:?Am Schönsten ist es zu Hause? - und Sie hatten Recht. Mit zunehmendem Alter gibt es nun nichts Schöneres als mein Zuhause Mittelfranken. Jetzt bin ich ja in jungen Jahren doch sehr viel herumgekommen, ferne Länder, fremde Städte etc., alles fantastisch und schön - ich möchte die Erfahrungen auch nicht missen, aber am Schönsten ist es doch zuhause. Und für mich ist das eben Franken - meine Heimat.

  Da wir ja ein Immobilienmagazin sind, müssen wir natürlich auch Sie nach der schönste Immobilie in der Region fragen - wo steht sie Ihrer Meinung nach?

Für mich sind die ?alten Schleusenhäuser? am alten Kanal von der Lage her die schönsten Immobilien in der Region. Die zweitschönste Immobilie ist dann natürlich auch schon unsere Wohnung mit Garten direkt am Hainberg.

  Und bei welcher Immobilie wurde danebengehauen?

Na ja, wenn ich so durch Nürnberg, Fürth, Erlangen fahre - da gibt es schon einige Immobilien, die man als ?danebengehauen? bezeichnen kann. Ich möchte hierzu lieber keine Namen nennen, ich denke aber, Ihre Leser wissen, was ich meine - im Großen und Ganzen sind es wohl alle Bauten, bei denen die reine Zweckmäßigkeit im Vordergrund stand  und eben nicht auch Schönheit, Integrität, Lebens- oder Arbeitsqualität sowie Nachhaltigkeit dazugezählt hat.

Was benötigt man Ihrer Meinung nach, um als Unternehmer erfolgreich zu sein?

Spaß an der eigenen Arbeit - gute Mitarbeiter - viel Zeit - nette Kunden - gute fachliche Qualifikation - gute Ideen - Ausdauer und natürlich auch viel, viel Glück.

  Ihre schönsten Momente im Arbeitsleben?

Als unsere Arbeit endlich, nach langen Jahrzehnten, die entsprechende Würdigung durch die Anerkennung als eigener Beruf erhalten hat und unsere Mitarbeiter nun endlich mit Stolz darauf verweisen können, einen anerkannten Handwerksberuf auszuüben.

Gibt es etwas an Ihrem Beruf, durch das Sie nur mit zusammengebissenen Zähnen kommen?

Wenn wir Aufträge nicht erhalten, da wir vermeintlich ?zu teuer? sind, obwohl ich zu 100% weiß, dass wir die Arbeiten besser machen würden, und dadurch für den Kunden letztendlich günstiger wären.

  Wie können wir uns Ihr privates Domizil vorstellen, Herr Pelz?

Wir leben in einer Wohnung direkt am Hainberg zur Miete, mit einem wunderschönem Garten direkt an der Rednitz. Unser Vermieter weiß natürlich um die wunderschöne Lage mitten im Naturschutzgebiet, deshalb ist das Objekt auch nicht käuflich zu erwerben

Beim Einzug waren wir sehr darauf bedacht, für die Wohnung natürliche und, wenn möglich, ortsbezogene Baustoffe zu nutzen. Zum Beispiel sind unsere Fliesen ausnahmslos ?Sohlenhofener Schiefer?, Eichenholzböden, etc.Der Garten ist voll mit Blumen und Sträuchern. Das ist das Ergebnis meiner Frau Petra, die totalen Spaß an ?ihrem? Garten hat.

  Ihr Lieblingszimmer ? wie sieht es aus?

Es muss groß sein, denn ich möchte mich bewegen können. Deshalb haben wir auch eine offene Küche. Und ganz wichtig, es muss bequeme Möbel haben. Was helfen die tollsten Design-Stücke, wenn man sie nicht benutzen kann, weil sie zwar gut aussehen, aber unbequem sind!

  Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Als Unternehmer kann man seine Zeit ja nicht wirklich in Arbeitszeit und Freizeit trennen.Ich sehe die Arbeit als einen festen Bestandteil meines Lebens an, d.h. ich habe ?nur? Lebenszeit, in der sich Arbeitszeit und Freizeit die Hand geben und vermischen, so dass ich meist gar nicht sagen kann, was es denn eigentlich ist. Zum Beispiel wenn man sich mit einem netten Kunden trifft und über dies und das plaudert - ist das nun Arbeit? Wenn wir uns in der Firma über manche Gegebenheit amüsieren - ist es dann Arbeit? Oder wenn ich bei mir im Garten sitze und geschäftlichen Schriftverkehr erledige - ist das dann Freizeit?

  Sind Sie ein Kopf- oder ein Bauchmensch?

Ganz klar: ein Bauchmensch - ich muss ein gutes Gefühl haben bei meinen Entscheidungen, und ich muss es wollen. Ich hasse es, Dinge tun zu müssen, weil es ?besser für mich ist?, obwohl ich mich nicht gut dabei fühle.

 

 

 

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