Das Radloff-Areal wird zum modernen Stadtrefugium

03.03.2020 10:10

Bildnachweis: Visualisierungen Gräßel Architekten, Erlangen

St. Johannis ist als eine der schönsten Wohngegenden Nürnbergs bekannt. Lebendiges Stadtleben und eine charmante Mischung aus sanierten Altbauten und moderner Architektur prägen den Charakter des Viertels. Am westlichen Rand von St. Johannis realisiert die SCHULTHEISS Unternehmensgruppe ein besonderes Bauprojekt: In naher Zukunft entstehen auf dem etwa 6 250 m² großen Areal an der Kreuzung Schnieglinger Straße und Nordwestring rund 110 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten. 

Für das Bauvorhaben auf dem „Radloff-Gelände“ wurde 2019 ein Realisierungswettbewerb mit elf eingeladenen Architekturbüros durchgeführt. Über die Entwürfe urteilte eine siebenköpfige Jury, bestehend aus Architekten sowie Vertretern des Stadtplanungsamtes der Stadt Nürnberg. Zunächst gab es keinen klaren Sieger, sondern einen geteilten zweiten und einen dritten Platz. Erst Anfang 2020 wurde – nach erneuten Gesprächen – ein Entwurf für die Realisierung bestimmt. „Die Entscheidung fiel letztlich, mit Blick auf architektonische und funktionale Qualitäten, auf die Arbeit von Gräßel ARCHITEKTEN aus Erlangen“, so Rüdiger Sickenberg, Vorstand der SCHULTHEISS Wohnbau AG. Die siebengeschossige Ausformulierung und Betonung der Ecke zur Kreuzung schaffe einen „stimmigen Orientierungspunkt und eine klare Adressbildung“. Der Entwurf Gräßels habe zudem mit dem kleinen Platz im Norden einen sehr attraktiven Übergang zu den Bestandsgebäuden und damit einen wertvollen Beitrag für das Leben im Quartier geschaffen. Auch die „Lebendigkeit der Klinkerfassade“ habe der Jury laut Sickenberg gefallen, ebenso das „klare Bekenntnis“ zum Blockrand zur Straße hin.

Anspruchsvolle Planungsaufgabe

Angesichts der urbanen Lage des Grundstücks stand für Architekt Tim Gräßel und sein Team neben funktionalen, hellen Grundrissen der Lärmschutz für die Bewohner ganz oben auf der Agenda. Die konsequente Blockrandbebauung sei daher „die erste wichtige Entscheidung für eine hohe Wohnqualität“ gewesen. Auch sogenannte durchgesteckte Grundrisse spielen laut Gräßel bei seinem Entwurf eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass zur lauteren Straßenseite hin im Normalfall keine Schlaf- oder schützenswerten Aufenthaltsräume gelegt werden. Diese orientieren sich nach Möglichkeit ausschließlich hin zum ruhigen, begrünten Innenhof. Der Innenhof sollte zudem keine „begrünte Restfläche“ werden, so der Architekt, „sondern durch den Fußabdruck des Blockrandes so geformt und gegliedert sein, dass nachbarschaftliche Raumzonierungen erzeugt werden“.

Klinker als Multitalent für alle Fälle

Als Eckgebäude mit zwei Ansichten kommt dem Bau eine besondere Bedeutung in der Wahrnehmung der Fassaden zu. Dass bei deren Ausgestaltung die Wahl auf Klinker fiel, ist zum einen als modern interpretiertes Zitat des historischen Umfelds zu verstehen, zum anderen birgt das Material diverse bauliche Vorteile. „Tatsächlich hat uns die gegenüberliegende Dr.-Theo-Schöller-Schule in der Entscheidung bestärkt, Klinker an der Außenseite der Blockrandbebauung zu verwenden“, so Gräßel. „Damit ergibt sich ein schöner Brückenschlag auf die östliche Seite des Nordwestrings.“ Richtig eingesetzt könne der Klinker der Fassade eine hohe ästhetische Eleganz über viele Jahrzehnte verleihen. Zudem habe das massive, langlebige Baumaterial perfekte Eigenschaften für einen wirksamen Schallschutz und eine gute Wärmespeicherfähigkeit.

Wie die „runde Ecke“ ins Spiel gekommen ist

„Die runde Ecke zur Kreuzung kam im Entwurfsprozess erst relativ spät ins Spiel“, erinnert sich der Architekt. Nachdem vorhergehende Lösungen ihn nicht hundertprozentig zufriedengestellt hatten, habe er gedanklich die Architektur des Backsteinexpressionismus herangezogen, in der man mit ornamentaler Formensprache, kantigen, oft spitzen Elementen und mitunter eigenwilligen Formen die Dynamik der Zeit ausdrücken wollte. „Wir testeten diesen Ansatz an den Fassaden“, so Gräßel, „und die runde Ecke war geboren!“ Interessenten müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden: Mitte 2020 soll zunächst der Bauantrag eingereicht werden, der Realisierungsbeginn ist dann für 2021 geplant.

www.schultheiss-wohnbau.de

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