LBS: Weiterhin enorme regionale Wohnungsmarktunterschiede

22.09.2011 12:48

Nach wie vor bleibt es laut LBS-Analyse bei den enormen Wohnungsmarktunterschieden von Region zu Region.

Am stärksten wirke sich das beim Bauland aus, wo der Quadratmeter in einigen Metropolen 20mal so viel kostet wie in manchen Städten Nord- und Ostdeutschlands. "Städte wie München sind sicherlich teuer, auch im europäischen Vergleich. Aber es gibt an vielen Orten durchaus gut bezahlbare Angebote", erläuterte Hamm.

Wie in den Vorjahren rangieren in der LBS-Analyse gebrauchte frei stehende Einfamilienhäuser als die klassische familiengerechte Wohnform in meist attraktiver Lage auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Die Preise in den teuersten Städten liegen um den Faktor 10 über denen der preisgünstigsten. An der Spitze der Preisskala bundesdeutscher Großstädte steht in diesem Jahr laut LBS-Immobilienpreisspiegel Wiesbaden mit 750.000 Euro. Es folgt München mit 710.000 Euro und mit einigem Abstand im Süden bzw. Südwesten Heidelberg mit 550.000 Euro, Ingolstadt mit 525.000 Euro, Freiburg mit 520.000 Euro, Stuttgart mit 510.000 Euro sowie Frankfurt mit 500.000 Euro. "Hier verzeichnen wir fast überall bereits einen spürbaren Anstieg gegenüber dem Vorjahr", so Hamm.

Dabei seien Immobilien nicht nur in den Metropolen selbst knapp und teuer, sondern teilweise auch im attraktiven Umland. Das gelte zum Beispiel für den Frankfurter Raum, wo Objekte in Hofheim mit 600.000 Euro deutlich teurer sind als in der Mainmetropole selbst. Spitzenpreise gibt es nach Aussage der LBS-Experten aber auch in touristisch geprägten Regionen. Hier ragen im Voralpenraum Starnberg mit 675.000 Euro und Garmisch-Partenkirchen mit 625.000 Euro heraus.

Auf der anderen Seite verzeichnet der Immobilienpreisspiegel der LBS auch große Städte mit über einer halben Million Einwohnern, bei denen gebrauchte Einfamilienhäuser ausgesprochen günstig zu haben sind. Beispiele sind Leipzig mit 160.000 Euro und Hannover mit 200.000 Euro, aber auch Bremen und Dresden mit 220.000 Euro. In manchen Großstädten liegt das Preisniveau noch einmal deutlich niedriger, nicht nur in den neuen Ländern mit Halle (125.000 Euro), sondern auch im Norden und Westen (Salzgitter und Gelsenkirchen mit jeweils 130.000 Euro). In den Mittelstädten bleiben die Preise teils deutlich unter 100.000 Euro, wie in Eisleben (50.000 Euro), Bitterfeld-Wolfen (60.000 Euro), Weißenfels und Harem/Ems (65.000 Euro) oder Bad Hersfeld (85.000 Euro).

Bei neuen Eigentumswohnungen registrieren die LBS-Experten vielerorts wieder leicht steigende Preise. Im Wesentlichen entstünden diese Objekte an touristisch interessanten Standorten sowie in den Ballungsräumen. Dort gelte Wohneigentum auf der Etage als echte Alternative für die knappen Eigenheimangebote. Hier erreicht laut LBS-Immobilienpreisspiegel München mit 4.050 Euro pro Quadratmeter den deutschen Spitzenwert, gefolgt von Garmisch-Partenkirchen (3.900 Euro) und Starnberg (3.600 Euro). "Viele andere süd- und südwestdeutsche Universitätsstädte, aber auch Ferienorte sind mit Preisen von bis zu 3.500 Euro wie in Konstanz ein ausgesprochen teures Pflaster", sagte Hamm.

Am unteren Ende der Preisskala bei den Großstädten befindet sich immer noch Salzgitter mit 1.100 Euro pro Quadratmeter für eine neue Eigentumswohnung. In Städten wie Flensburg, Seesen, Apolda, Weißenfels oder Brandenburg gibt es neue Eigentumswohnungen sogar für weniger als 1.000 Euro (mit Grundstücksanteil). Bei den großen Metropolen liegen die Quadratmeterpreise nicht nur in Dresden und Leipzig, sondern auch in Hannover und Bremen sowie den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen in einer moderaten Bandbreite von 1.800 bis 2.100 Euro.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellen die LBS-Experten insgesamt eine zunehmende Nachfrage fest. Das große Bestands-Angebot drückt laut Hamm aber noch auf die Preise. Derzeit betrage der Abschlag für gebrauchtes Wohneigentum auf der Etage im Vergleich zu Neubauten 35 bis 40 Prozent. In den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Quadratmeter-Preise deshalb häufig unter 1.000 Euro, im Süden bei gut 1.500 Euro. "Bei den heutigen Finanzierungskonditionen sind sie für die Bewohner also nicht teurer als vergleichbare Mietwohnungen", erläutert der Verbandsdirektor.

Weitere Informationen unter:

www.lbs.de

Bauland: Quadratmeter kostet in einigen Metropolen 20mal so viel wie in anderen Städten Nord- und Ostdeutschlands.

(Bild: LBS)

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